Kunststoffe in der Umwelt: Kreislaufwirtschaft global stärken!

Die globale Herausforderung, Kunststoffabfälle in der Umwelt zu vermeiden, ist ohne eine Förderung der Kreislaufwirtschaft nicht zu bewältigen. Darin waren sich die Sachverständigen einig, die am 8. Mai vor den Umweltausschuss des Bundestages geladen waren, um mögliche und bereits vorhandene Lösungsansätze zu diskutieren. Trotz optimierter Abfallerfassung und -entsorgung vor Ort ist Deutschland als Exportnation für die weltweite Umweltverschmutzung durch Verpackungsabfälle mitverantwortlich. Nationale Recyclingquoten, freiwillige Selbstverpflichtungen von Industrie und Handel zur Reduktion des Verpackungsvolumens und Anreize für ein umweltverträgliches Verpackungsdesign sind in diesem Sinne wegweisende Maßnahmen. Gleichwohl muss das Thema Schließung der Kreisläufe global gedacht werden. Nach Angaben von Andreas Proksch von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sind weltweit rund zwei Milliarden Menschen ohne Zugang zu funktionierenden Abfallsystemen. In den betroffenen Regionen landet der Verpackungsmüll zwangsläufig direkt in der Umwelt. Der Aufbau von Abfallsammlungs- und entsorgungssystemen in Schwellen- und Entwicklungsländern ist daher essentiell, erfordert jedoch erhebliche Investitionen und nachhaltige Finanzierungslösungen. „Deutschland allein kann die Welt nicht retten. Aber es kann seiner internationalen Vorbildfunktion auf dem Gebiet der Getrenntsammlung und Verwertung von Abfällen weiterhin gerecht werden, indem es jene bewährten Instrumente stärkt, die sich unter ökologischen wie ökonomischen Gesichtspunkten als die wirksamsten für die heimische Kreislaufwirtschaft erwiesen haben“, erklärt Martin Schröder, Geschäftsführer des BPVV. „Das hierzulande nach dem Grundsatz der Produktverantwortung organisierte Entsorgungssystem bietet ein wirksames Prinzip, um weltweit Sortier- und Sammelinfrastrukturen insbesondere für Kunststoffverpackungsabfälle zu errichten. Wir wünschen uns von der Bundesregierung, dass sie sich auch international für dieses nachhaltige und gesellschaftsverträgliche Finanzierungsmodell stark macht und damit eines der wichtigsten Hemmnisse abbaut, die der Errichtung der Kreislaufwirtschaft in den einschlägigen Regionen bislang entgegenstehen.“

 

Die Sitzungsunterlagen sind einsehbar unter:

https://www.bundestag.de/umwelt#url=L2Rva3VtZW50ZS90ZXh0YXJjaGl2LzIwMTkva3cxOS1wYS11bXdlbHQtcGxhc3Rpa211ZWxsLTYzNDk4NA==&mod=mod539226