Rossmann: Aufklärung der Verbraucher zentral für Erfolg des VerpackG

Das Verpackungsgesetz (VerpackG) ist ein Schritt in die richtige Richtung. Sein Erfolg in der Praxis hängt jedoch von einigen bislang unbekannten Faktoren ab, meint Michael Naujock, Geschäftsleiter Einkauf bei der Dirk Rossmann GmbH und Erster Vorsitzender des BPVV:

„Rossmann hat sich auf das VerpackG gut vorbereitet. Wir sind der Meinung, dass das neue Gesetz zwar nur ein erster Schritt ist, dieser aber durchaus in die richtige Richtung geht. Dem Ziel, die Kreislaufwirtschaft, die haushaltsnahe Sammlung sowie recyclingfähige und damit umweltverträglichere Verpackungen zu fördern und gleichzeitig den Eintrag von Verpackungsmüll in die Umwelt zu reduzieren, kommt das VerpackG sicherlich deutlich näher als die bisherige Verordnung.

Wie gut das Regelwerk letztendlich funktioniert, wird die Praxis noch zeigen müssen. Noch haben wir es mit einigen unbekannten Variablen zu tun, insbesondere was die Kostenseite betrifft (Kosten der Zentralen Stelle, der Erfassung und Sammlung, Aufbau einer optimierten Infrastruktur, quantitative Entwicklung der Lizenzmenge). Unklar ist auch, ob und wie die monetären Anreize für recyclingfähige Verpackungen kartellrechtskonform etabliert werden können.

Dennoch: Alle beteiligten Akteure, soweit wir das heute beurteilen können, haben die Situation erkannt und arbeiten daran, die Ziele des VerpackG, insbesondere die ambitionierten Recyclingquoten zu erfüllen. Wir sind überzeugt, dass wir mittelfristig sehr viel mehr umweltgerechtere Verpackungen, sprich weniger Verbunde, mehr recyclingfähige Materialien sowie einen höheren Anteil an Rezyklaten in Verkehr bringen werden. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist jedoch eine Aufklärungskampagne für die privaten Haushalte, die hilft, die wesentlichen Fehler bei der Mülltrennung zu vermeiden und die Fehlwurfquote zu reduzieren. Diese Kampagne muss sowohl von den Systembetreibern als auch von Industrie und Handel getragen werden. Ich persönlich würde mir wünschen, dass dafür auch Haushaltsmittel des Bundes oder der Länder zur Verfügung gestellt würden, denn es handelt sich schließlich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“